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Schlaf als Wunderwaffe : Jetzt holen wir uns die Nacht zurück

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Schlaf als Wunderwaffe : Jetzt holen wir uns die Nacht zurück

“Schlaf? Davon brauch ich höchstens drei Stunden!” Schon mal gehört, diesen Satz? Bestimmt. Ich jedenfalls kenne mindestens zwei Menschen, die so ticken und sich sogar damit zu brüsten scheinen, wie wenig sie schlafen müssen. Wenn die wüssten, was ihnen entgeht. Schlaf ist nämlich eine wahre Wunderwaffe: Er macht glücklich, produktiv, gesund und auch noch schlank. Na, ist das nichts? Fehlt nur noch “sexy” und “für immer jung”.

Aber Scherz beiseite: Dass Schlaf sinnvoll ist, dürfte bekannt sein. Und dennoch scheint er über die Jahre immer unpopulärer geworden zu sein. Der britische Psychologie-Professor Robert Wiseman bringt Licht ins Dunkel. Und warum wir uns die Nacht unbedingt zurückholen sollten. 

Schlaf hat ein Imageproblem

Als Erstes räumt Wiseman auf mit der Mär, Schlaf sei etwas völlig Individuelles. Es gebe zwar in der Tat Menschen, die weniger als acht Stunden Schlaf brauchen, die hätten aber eine genetische Abweichung, die äußerst selten vorkomme. Biorythmisch gesehen braucht jeder Mensch acht Stunden. Das belegen auch Studien. Demnach sind sieben Stunden das Minimum. Aber auch mehr zu schlafen, ist nicht gut. Wer zum Beispiel dauerhaft neun Stunden schläft, tut seinem Körper nichts Gutes. 

“In den vergangenen Jahren war der Eindruck entstanden, das Leben im Wachzustand sei der wichtigste Teil des 24-Stunden-Zyklus, weil wir nur dann richtig funktionierten”, erklärt der Schlafwissenschaftler im Interview mit der Zeitschrift “Flow”, warum Schlaf offenbar ein Imageproblem hat.. Die Kehrseite des Wachseins liegt auf der Hand: Nahezu jeder Mensch klagt über Dauermüdigkeit und Erschöpfung. Der Stress des Tages, zu viel Ablenkung, zu viele Reize, all das trägt dazu bei, dass wir nicht zur Ruhe kommen. 

Der Schlüssel zu mehr Produktivität: Der Mittagsschlaf 

Dabei bietet die Nacht die ideale Gelegenheit, sich zu regenerieren. Im Schlaf verarbeitet unser Gehirn die Geschehnisse des Tages. Auch dann, wenn wir nicht träumen. “Jetzt erkennen wir allmählich, dass man so nicht leben kann”, sagt Professor Wiseman, fürwahr ein weiser Mann. Schlaf beeinflusse das Denken, Fühlen und Verhalten. Und die Produktivität. Das hat sich auch in der Wirtschaft herumgesprochen. In manchen Unternehmen gibt es bereits Ruheräume für das kleine Nickerchen zwischendurch, darunter Google und AOL, Vaillant und Unilever. Schon kurz die Augen zu schließen und abzuschalten, bringt bereits Erholung. Danach geht es wieder frisch ans Werk.

Wenn es das auch für die Schule gäbe! Laut einer Studie des Boston College gehen 73 Prozent der US-Kinder zwischen neun und zehn Jahren übermüdet in die Schule. In Großbritannien sind es 64 Prozent. Fragt man deutsche Schüler, dürfte die Antwort ähnlich sein. Schuld daran ist der Biorhythmus von Kindern. Nach dem wachen sie nämlich erst gegen 8.30 Uhr auf. Ließe man die Schule also erst um 9 Uhr statt um 8 beginnen, wäre von Konzentrationsseite her schon viel gewonnen. 

Handys und Tablets rauben uns den letzten Schlaf

Dass so viele Menschen schlecht schlafen, liegt auch an Laptops, Handys und Tablets. All diese Geräte geben Blaulicht ab, was wiederum die Produktion des Schlafhormons Melatonin drosselt. Deshalb sollte man sie mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen ausschalten

Überhaupt scheint weniger oft mehr zu sein. Entschleunigung ist das Zauberwort. Mal unserer “reizenden” Welt zu entfliehen und einfach mal auf die Bremse zu treten, wirken oft Wunder. Vor allem, wenn es abseits von künstlichem Licht inmitten der Natur geschieht, zum Beispiel beim Zelten. Das würde auch Richard Wiseman sofort unterschreiben. “Dann entdeckt man, wie viel Schlaf man wirklich braucht und wie gut es tut, wenn man ihn bekommt. Das Bewusstsein verändert sich, man fühlt sich fitter. Das kann eine echte Überraschung sein, denn viele haben vergessen, dass es ihnen so gut gehen kann.” Also, worauf warten wir? Holen wir uns die Nacht zurück! 

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